Dienstag, 6. Oktober 2009

Bei Nacht notiert

Heute nacht mal etwas persönlicher.

1. Die letzte Generation von Arthur C. Clarke

Mal wieder überalterte Science-Fiction gelesen. Übermächtige Außerirdische kommen auf die Erde, führen quasi aus der Stratosphäre heraus den Kommunismus*1 ein*2, doch es kommt noch dicker: Sie zivilisieren die Menscheit nicht nur, sondern bereiten sie als Agenten eines "Übergeistes" auf die Niederkunft ihrer (der Menschen) nächsten Entwicklungsstufe vor: Telepatischen, die Materie tranzendierenden Kollektivbewusstseindsdinger. Nachdem das vollbracht ist bringt sich die verbleibende Menschheit selbst um, denn wenn eine Rasse ihre historische Mission erfüllt hat, bleibt ihr nur noch der Exitus*3. Ihre Nachfolger vereinen sich derweil mit dem Zeit äh Übergeist. Erinnert mich ein bisschen an meine Wiki-Kenntnisse über die... äh... hegelsche Dialektik. Aber hauptsächlich ist "Childhoods End" ziemlich spooky und im Grunde ein Buch, dass man ab der Hälfte guten gewissens hätte zur Seite legen können.

*1 Okay, es heißt nicht Kommunismus, aber es ist gekennzeichnet durch A) Abschaffung des Zwangs zur Lohnarbeit, Armeen und Bürokratie, sowie der Einführung einem allgemeinen Rechtes auf Wohlstand, welches nicht an individuelle Produktivität gekoppelt ist B) Wegfallen von nationalen Grenzen und Herstellung einer Weltgemeinschaft und C) Beseitigung von Rasismus und religiösem Irrationalismus.

*2 Die anthropoligische Annahme, dass erst Außerirdische daherkommen müssten, damit die Menschheit fähig würde eine vernünftige Gesellschaftsordnung zu errichten, ist bezeichnend.

*3 Warum auch immer.

2. Kunst

Ist schon fies mit dieser Kunst. Immer dieses lästige Ringen nach einem Ausdruck, der dem Empfinden wie dem Verstand gerecht wird, und es auch schafft den Bogen zum Nächsten zu zu schlagen, die Distanz zu überbrücken und Kommunikation zu ermöglichen, wo sie auf anderen Kanälen unmöglich wäre. Nicht so angenehm, dieses Gefühl, auf sich selbst zurückgeworfen zu werden. Als ich jünger war und eskapistische Musik aus einer Welt die von vager postpubertärer Melancholie, Fantasy und Computerspielen geprägt war, produzierte, hatte ich wenig zu sagen. Gehört hat man mich aber. Zumindest wenn man die Zahl von abgenommenen Tonträgern als Maßstab nimmt. Anschließend folgte die Krach-Phase, irgendwo zwischen lustvoller Befreiung und freiwilliger Isolierung. Wenn schon keine Kommunikation möglich ist, sollte auch sonst nichts zu hören sein. Dann der nächste Anlauf. Reich an Text, politischer Symbolik und durchaus auf Außenwirkung ausgerichtet. Dafür um so wirkungsloser. Es ist ironisch, dass man anscheinend, um so weniger Gehör findet, desto mehr man mitzuteilen wünscht. Was tun?

[ ] Aufhören
[ ] Weiter machen
[x] Auch diese Nacht geht vorbei

Samstag, 12. September 2009

Der Anschlag - Kunstprojekt zu 9/11

Auf Youtube kann man Ausschnitte aus dem "Anschlag" sehen, einem Kunstprojekt, dass sich mit 9/11 und einer Menge anderer Themen, die damit zusammenhängen, Verschwörungstheorien, Antisemitismus usw. befasst.





Das Teil erscheint jetzt auf DVD und unter http://anschlag-performance.de/ kann Mensch sich die Dinger bestellen. Später soll das Ganze wohl noch auf einem Weblabel veröffentlicht werden - als kostenloser Download.

Freitag, 4. September 2009

Faschismus 2.0 - Rechte Verschwörungstheoretiker strömen in die ­»sozialen Netzwerke« im Internet.

Pressefreiheit, so kritisierten Linke stets, ist die Freiheit einiger Millionäre, ihre Weltsicht zu verbreiten. Seit es das Internet gibt, kann hingegen im Prinzip jeder Informationen und Ansichten publik machen. Technologieentwicklungen der letzten Jahre haben den Gedankenaustausch weiter erleichtert. Man nennt das auch »Web 2.0«: In Unmengen von Diskussionsforen, interaktiven Blogs und »sozialen Netzwerken« kann man Bekanntschaften schließen, seine Interessen mit anderen teilen und über Gott und die Welt quasseln. Für die junge Generation sind Gesellschaftsportale wie MySpace, Facebook oder StudiVZ bereits selbstverständlicher Bestandteil des Alltags.

Menschen, die im realen Leben kontaktarme Außenseiter sind, finden hier eine zweite Chance, aber auch Leute, die aus guten Gründen in normalen Kreisen als suspekt und unerwünscht gelten. Neonazis haben von Anfang an das »Weltnetz« intensiv genutzt. Neu ist, daß die braunen Kameraden mittlerweile wie der berühmte Fisch im Wasser in einem virtuellen Biotop schwimmen. Es hat sich eine Allianz von klassischen Faschisten über paranoide Verschwörungstheoretiker bis zu unpolitischen Esoterikjüngern gebildet. Bernd Merling hat dafür die Bezeichnung »Faschismus 2.0« geprägt und eine Initiative zur Durchleuchtung und Bekämpfung obskurer Cyberkrieger gegründet (www.faschismus2.de).

Hier kann mensch den Rest des recht interessanten Artikels lesen.

Kurz Notiert: Die Diskussion als Verkehrsunfall

Kommunisten und andere Linksradikale kennen die Konstellation vermutlich recht gut, wenn sie sich nicht gerade ausschließlich in einer ohnehin linken Szene bewegen: Alleine gegen den ganzen Tisch zu diskutieren. Massive Frontenbildung. Kaum Gelegenheit einen komplexen Gedanken auszuführen, da man ständig unterbrochen wird oder von Nebenschauplatz zu Nebenschauplatz verschleppt wird. Ideologien, die einem selbst von Personen entgegenspringen, die man für vernünftig hielt. Von Kulturrelativismus, der schon fast in Ethnopluralismus aufgeht über die Ideologie von der ahistorischen Natur des Menschen, zu Biologismus und Sozialdarwinismus. Unerträglich. Herrschaft und Ausbeutung als Geschmacksfrage. Und du musst auch mal die positiven Seiten vom Nationalismus sehen. Seinem Chef sollte man schon gehorchen, ne, weil sonst wärs ja nicht so schön friedlich. Kapitalismus und Staatsgewalt sind ja voll ok, aber die Globalisierung DIE macht alles kaputt! Immer wieder interessant ist auch ein merkwürdiger Subjektivismus der mehr oder weniger beinhaltet dass alle Menschen irgendwie andere Meinungen haben und man deshalb doch bitte allen Meinungen die gleiche Geltung zugestehen soll. Sonst ist das irgendwie schon Unterdrückung mit diesen fiesen Argumenten und so. Und überhaupt ist eh alles vollkommen Subjektiv und somit eigentlich hinfällig. Dass natürlich die Machtverhältnisse jeden Tag überall Fakten schaffen die ganz ohne Argumente außer der Gewaltandrohung auskommen, ist natürlich nicht weiter kritikabel. Denn das ist dann ja Gesetz oder halt nötig oder eben "deren Kultur". Überhaupt, wie kannst du so arrogant sein, eine andere Meinung zu haben als die Mehrheit? Hälst du dich etwa für was besseres?

Diskussionen können so unglaublich fruchtlos, abstoßend und frustrierend sein. Manchmal sind sie aber auch auf gewisse Art und Weise lehrreich. Wie ein fataler Verkehrsunfall.

Dienstag, 18. August 2009

UMS GANZE - Jetzt auch bei den Grünen!


Hat das "Ums Ganze" Bündnis eigentlich ein Copyright auf ihren Slogan? Lernen die Grünen jetzt Verbalradikalismus? Oder gehen die ganzen Verbalradikalinskis jetzt wieder wählen? Fragen über Fragen!

Ach so, von den ollen Piraten wollen sie auch gerne Stimmen saugen.

Kurz Notiert: Die Tücken der Paranoiden Deutung

Typisch für die Diskussion mit Verschwörungstheoretikern sind Argumente von der Art der "Paranoiden Deutung". Hierbei wird von verschiedenen, zumeist unangenehmen Dingen unterstellt, ihnen liege ein bewusster Plan oder eine Gesetzmäßigkeit zugrunde. Die Verschwörung. Das Weltjudentum. NWO. Freigeld. Wird diese Annahme kritisiert gerät typtischerweise der Kritiker bzw. die Kritikerin in Verdacht und wird zum Objekt der Beobachtung. Ist er oder sie vielleicht selbst ein Verschwörer? Schließlich hätte nur ein solcher Grund das offensichtliche in Frage zu stellen. Eine effektive Methode sich gegen Kritik zu immunisieren und deutliches Kennzeichen eines zirkulären Weltbildes.

Aber auch bei einigen Antideutschen, den vermutlich lautstarksten Kritikern der Verschwörungstheorien, scheint oftmals eine Variante dieser Denkweise am Start zu sein. Bei einem Angriff auf einen Juden Antisemitismus zu unterstellen ist zwar durchaus nicht unplausibel, schließlich kann man Antisemitismus und seine Verbreitung durchaus empirisch belegen. Anders verhält es sich allerdings bei dem Konstrukt des "globalen Vernichtungswillen", der zwangsläufig der Rationalisierung der Irrationalität und Destruktivität des Kapitalismus entspringe, den Staat Israel notwendig mache und gerne Linken, wie Rechten, wie der Mitte unterstellt wird. Darüber hinaus wird auch gerne von der iranischen Regierung behauptet, dieser Vernichtungswille sei ihre einzige und eigentliche Agenda. Stellt man die Existenz dieses Vernichtungswillens in Frage, etwa indem man sich fragt, wo denn die weltweiten Pogrome nach 45 bleiben, schließlich kann die IDF ja nicht überall sein. Oder warum die jüdische Minderheit einen festen Sitz im iranischen Parlament hat, wenn man sie sowieso lieber heute als morgen allesamt vernichten würde. Oder warum, würde man ihn unterstellen, nicht irgend ein beliebiger liberaler Rechtstaat nicht die selbe Schutzfunktion wie Israel ausüben könnte, wo doch Israel ohnehin von der Unterstützung seiner westlichen Bündnispartner abhängig ist, und gegen eine komplett feindliche Außenwelt natürlich auch nicht bestehen könnte. Aber danach folgt keine Erläuterung oder Argumentation - denn indem man seinen Zweifel äußert, hat man klar gemacht wo man steht. Denn leugnet man den antisemitischen und beinahe allgegenwärtigen Vernichtungswillen, leugnet man auch die von den ADs vorgetragene Existenberechtigung Israels und wer die Existenzberechtigung Israels leugnet, der ist ein Antizionist und wer ein Antizionist ist, der ist ein Antisemit und somit ist alles, was er oder sie sagt hinfällig. So fallen die Steine alle an ihren Platz und der Kreis schließt sich. Man muss es eben glauben, wenn man nicht der Feind sein möchte.

PS: Ich frage mich, ob es nicht, speziell bei den bürgerlichen Vertretern derartiger Theorien, einfach eine nationale Entschuldungsideologie ist, das historisch vorallem deutsch-nazistische Vernichtungsstreben im Ausland zu verorten.

PPS: Um dumme Kommentare zu antizipieren: Dies ist keine antizionistische Agitation. Mir geht es darum, deutsche Linke und die schlechten Argumente, mit denen sie mir ihr ihren Bekennerfetischismus aufzwingen wollen, zu kritisieren.

Mittwoch, 22. Juli 2009

Damit dürfte alles gesagt sein.



Nebenbei, ob misheard oder nicht, Magma sind großartig.